
Wintertheater 2025/26
25. November 2025Der Neustart des Balzheimer Weihnachtstheaters ist geglückt. Der neue Spielleiter Uwe Heinz hatte mit „Ja, Mama“ von Thomas Gehring eine witzige und turbulente Komödie ausgesucht, die unterschiedlichen Rollen ideal besetzt und mit viel Situationskomik inszeniert. Damit traf er offenbar genau den Geschmack des jungen und alten Publikums, das sich jedenfalls köstlich amüsierte. Nach der gut besuchten Premiere waren alle folgenden drei Vorstellungen im Unterbalzheimer Dorfgemeinschaftshaus ausgebucht, insgesamt über 900 Zuschauer dürften „Ja, Mama“ gesehen haben.
Andrea Beutz, Emilie Frey und Matthias Gai meisterten die drei Hauptrollen bravourös: Andrea Beutz war die Idealbesetzung für die Helikopter-Mutter Anna Barbara Appelmann und gab sie überzeugend, dominant und spöttisch zugleich – ein wahrhafter Albtraum aller Schwiegertöchter. In diesem Fall Emilie Frey alias Adele Kühn, die durch ihr energisches und selbstbewusstes Spiel zu gefallen wusste. Mattthias Gai spielte treffend den labilen Charakter des Ja-Sagers Hans Appelmann junior, pendelnd zwischen Unreife und krimineller Energie.
Ein gelungenes Bühnendebüt feierte Tabea Alander als eingebildete Millionärsgattin Erika, Annalena Stetter gefiel als berechnendes Luder Binchen. Die großen Lacher waren auf Seiten der skurrilen Nebenfiguren: Mark Butterhof war die Rolle des schmierigen und radebrechenden Möchtegern-Casanovas und Toreros Costa Canaille wie auf den Leib geschrieben. Seine ständigen Fluchtversuche avancierten zum absoluten Running Gag. Das galt auch für
Jannick Kohlhepp alias Peter Dösig und dessen Gefuchtel mit der (nicht) geladenen Pistole – ein tolles Comeback als Komiker. Dass Claudia Schmidt wie kaum eine andere alle Register der Mimik und Gestik ziehen kann, war hinlänglich bekannt, aber als neugierige Nachbarin Gudrun Gagel übertraf sie sich selbst. Ihr Duett mit Uwe Heinz als Vermieter gehörte zu den Highlights des Stückes, besonders die Slapstick-„Bombenszene“ im ersten Akt.
Keine ganz leichte Aufgabe hatte die aufmerksame Souffleuse Claudia Müller, die immer an der richtigen Stelle zu helfen wusste.
Eine ausgefeilte Licht- und Tontechnik zu besitzen, ist das eine, sie richtig einzusetzen, das andere. Das gelang Technikchef Christoph Müller und seinen
Mitstreitern Fritz Wohlhüter, Stefan Ruder und Harald Fuss wieder einmal aufs Beste, wie von den Zuschauern zu vernehmen war. Beleuchter Jannis Schließer setzte mit seinen Spots besondere Akzente.
Helga Baur sorgte mit ihrem Schminkteam (Chiara M. Baur und Gitti Linder) wie gewohnt für die perfekte Maske.
Einen wichtigen Anteil am Zustrom der Zuschauer hatte bestimmt die pfiffige und provokante Werbung von Bernd Kächler und Alexander Birzele. Vor allem die großen Banner waren Eye-Catcher.
Andrea Walcher an der Kasse hatte alle Hände voll zu tun, unterstützt von Svenja Rabus und Vanessa Walcher, um den Ansturm zu bewältigen.Weiterer Dank der Theaterfreunde gebührt Dieter Walcher, der geduldig alle Sonderwünsche des Spielleiters erfüllte, Lothar Baur, Marvin Baur (Bühnenbau), Ilse Kächler, Christine Klaiber (Bühnenmalerei), Jutta Einögg (Requisite), Hannelore Baur (Kostüme), Markus Radlhammer (Website), Melanie Löffler und Emilie Frey (Social Media).
Die Tennisabteilung des SV Balzheim und die Freiwillige Feuerwehr Balzheim sorgten auf zwei Ebenen mit ihrer Bewirtung für ein gemütliches Ambiente, das einfach zu einem gelungenen Theaterabend gehört.
So blicken nun die Theaterfreunde Balzheim äußerst zufrieden auf elf Aufführungen in fünf Monaten mit insgesamt 2800 Zuschauern zurück.



